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IHR LANDSTYLE MAGAZIN


Wenn Sie ein Musikinstrument spielen, sei es als Hobby oder professionell, sind Sie sicher schon auf die Idee gekommen, dass es schön wäre, ein Instrument selbst zu bauen. Ein einzigartiges Instrument, genau nach Ihrer Vorstellung. Aber ist es überhaupt möglich, dass es am Ende gut klingt und auch hält? Besonders, wenn man eher Musiker als Handwerker ist? Es ist aber machbar, davon hat mich Herr Heibel in seinem Laden für Zupfinstrumentenbau in Hachenburg überzeugt.

Herr Heibel, wie sind Sie auf die Idee gekommen, hier in Hachenburg auf der Fußgängerzone eine Werkstatt zu eröffnen?
Angefangen hat es als Hobby mit kleineren Reparaturen für mich und Bekannte. Nach und nach wuchs die Nachfrage und da sich bei mir auch beruflich etwas geändert hatte, war die Zeit reif, mich neu zu orientieren und es als Beruf zu machen. Eigentlich hatte ich mir für meine Werkstatt ein altes Fachwerkhaus vorgestellt. Als ich aber diesen Laden hier sah, war mir klar, hier baue ich mein Werkstatt auf. Es gibt ein großes Schaufenster und man kann mir bei der Arbeit zusehen; viele kommen rein.

Ein Schwerpunkt Ihrer Arbeit sind die Reparaturen, Sie bauen aber auch selbst Instrumente.
Mich interessieren vor allem die alten Instrumente. Ich möchte diese manchmal schon vergessenen Instrumente wieder zum Leben erwecken und etwas Ausgefallenes bauen. Gitarren werden industriell produziert und der Markt ist überfüllt. Sie kommen aus dem fernen Osten – damit kann man preislich nicht konkurrieren. Wir waren letzte Woche auf einer Messe und das Interessanteste am Stand war diese Drehleier. Ich hatte zwar auch Gitarren dabei, aber die Leier hatten die Leute laufend in der Hand, weil sie so etwas kaum noch kennen. Ich bekomme vom Germanischen Museum in Nürnberg Zeichnungen historischer Instrumente, die ich nachbauen möchte. Wie früher Instrumente gebaut wurden, ist eine spannende Geschichte.

Man kann bei Ihnen auch selbst ein Instrument bauen. Wie funktioniert das?
Wenn Sie zu mir kommen und möchten z.B. eine Gitarre bauen, dann können Sie auch ohne handwerkliches Geschick direkt loslegen. Sie bekommen von mir die einzelnen Schritte erklärt und dann arbeiten Sie daran. Wenn es knifflig wird, helfe ich gern, aber ansonsten kann man nach eigenen Vorstellungen bauen und gestalten. Für eine akustische Gitarre braucht man ungefähr 100 Arbeitsstunden. Das ist nicht wenig, aber man kann sich die Zeit frei einteilen und kommen, wenn man Zeit und Muse hat. Am Ende hat man ein Unikat – ein Instrument, das es nur ein Mal auf der Welt gibt.

Welche Instrumente kann man bei Ihnen bauen?
Saiteninstrumente wie Gitarren und Ukulelen, aber auch die historischen Instrumente wie Hackbrett oder Drehleier.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?
In Moment haben wir genug zu tun mit Reparaturen, Restaurierung und Neubau. Im nächsten Jahr möchten wir die ersten Workshops anbieten und planen kleine Werkstattkonzerte.